Streaminganbieter in Nöten Netflix-Mitgründer Hastings geht – Aktie fällt

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Apr 17, 2026

Nach der gescheiterten Übernahme von Warner Brothers muss Netflix umdenken. Nun verliert der Konzern auch noch seinen Mitgründer Reed Hastings – und enttäuscht Anleger mit seiner Gewinnprognose.

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Netflix-Gebäude in Los Angeles

Foto: Mike Blake / REUTERS

Mitten in einer kritischen Phase verliert Netflix eine Führungsfigur. Der Mitgründer und Verwaltungsratsvorsitzende Reed Hastings werde sich bei der Hauptversammlung im Juni nicht zur Wiederwahl stellen,teilte der weltgrößte Streaminganbieter am Donnerstag mit. Er wolle ​sich nach 29 Jahren auf wohltätige Zwecke und andere Projekte konzentrieren.

Netflix-Aktien brachen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um acht Prozent ein. Die Spitzenpersonalie verunsichere ‌Anleger,sagte Analyst Richard Greenfield vom Research-Haus LightShed. Auch eine enttäuschende Gewinnprognose dürfte den Kursrückgang mitverursacht haben.

Der Streamingriese sagte für das laufende Quartal einen operativen Gewinn von 78 US-Cent je Aktie voraus,während Analysten im Schnitt mit einer Prognose von 84 Cent gerechnet hatten. Anleger waren von höheren Gewinnen ausgegangen,nachdem Netflix den Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers verloren hatte.

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Netflix erhöht regelmäßig die Gebühren für die klassischen Abonnements,um Nutzer zum Umstieg auf günstigere,werbefinanzierte Angebote zu bewegen. Diese versprechen langfristig höhere Einnahmen pro Kunde. Dazu muss das Unternehmen Zuschauer möglichst lange vor dem Bildschirm halten. Dies sollen Liveübertragungen wie das Konzert der K-Pop-Band BTS oder Sportereignisse erreichen. Als ‌Ergänzung dazu nimmt Netflix auch Video-Podcasts ins Programm auf.

Höherer Gewinn durch Vertragsstrafe

Die Zahlen des abgelaufenen Quartals überraschten kaum. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent ‌auf 12,25 Milliarden Dollar und ​übertraf die Markterwartungen leicht. Der Gewinn verdoppelte sich jedoch auf 1,23 Dollar je Aktie. Netflix profitierte von einer 2,8 Milliarden Dollar schweren Sondereinnahme. Warner musste eine Vertragsstrafe ​zahlen,weil sich der Unterhaltungskonzern nach einem monatelangen Bieterwettstreit für die Offerte von ⁠Paramount Skydance entschieden hatte.

hda/Reuters/dpa