

Bild vergrößern
Protest in Sindelfingen
Foto: Bernd Weißbrod / dpa
Mit Ölfässern,Trommeln,Trillerpfeifen und Plakaten haben Zehntausende Beschäftigte bundesweit gegen die geplante Verschärfung des Sparkurses bei Mercedes-Benz protestiert. An mehreren Standorten machten die Angestellten ihrer Wut ob der anstehenden Maßnahmen Luft. Aufgerufen zu den Demos hatte die Gewerkschaft IG Metall.
Zur Anzahl der Teilnehmenden gibt es unterschiedliche Angaben: Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich mehr als 33.000 Beschäftigte an dem Protest,ein Sprecher des Unternehmens sprach hingegen von nur etwa halb so vielen Anwesenden.
In Baden-Württemberg,der Herzkammer des schwäbischen Autobauers,protestierten die Menschen am traditionsreichen Standort in Sindelfingen,wo unter anderem die S-Klasse produziert wird. Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali sprach am Tor 7 zu den Beschäftigten. Zuvor hatte Lümali der Nachrichtenagentur dpa gesagt: »Die Beschäftigten sind mit den Plänen des Vorstands und dem Abbau des Sozialstaats nicht einverstanden.« Das Management wolle hart erkämpfte Errungenschaften zurückdrehen. Das sei keine Grundlage für weitere Gespräche.
data-area="text" data-pos="18">
Bei Mercedes-Benz in Deutschland arbeiteten Ende 2025 nach Unternehmensangaben rund 164.000 Menschen. Ende April hatte der Konzern seine Bilanz für das erste Quartal vorgelegt – der Gewinn sank um 17 Prozent im Vorjahresvergleich auf 1,43 Milliarden Euro. Mercedes machte vor allem ein schwieriges Chinageschäft verantwortlich.
In der deutschen Automobilindustrie fallen gerade die letzten Tabus: Volkswagen will vier Werke loswerden,Mercedes die 40-Stunden-Woche zurück. Die Gewerkschaften geraten in Rückzugsgefechte,die sie kaum gewinnen können. Lesen Sie hier mehr dazu.
mkh/AFP/dpa