Das Land unterstützt im Jahr 2026 kleine und mittlere Betriebe mit 13 Millionen Euro für die überbetriebliche Berufsausbildung.

Symbolbild
Mit rund 13 Millionen Euro unterstützt das Ministerium für Wirtschaft,Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg im Jahr 2026 erneut die Durchführung überbetrieblicher Berufsausbildungslehrgänge (ÜBA) für Auszubildende mit einem Ausbildungsvertrag in einem baden-württembergischen Unternehmen. Dies gab Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 19. Mai 2026 bekannt. Gegenüber dem Vorjahr steigt das Gesamtfördervolumen nochmals um 500.000 Euro an.
Gezielte Entlastung kleiner und mittlerer Ausbildungsbetriebe
Ministerin Hoffmeister-Kraut betonte die zentrale Bedeutung der Förderung gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten: „Auch 2026 entlasten wir gezielt kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe,deren Auszubildende im Rahmen der dualen Ausbildung an überbetrieblichen Lehrgängen teilnehmen. Wer heute Fachkräfte sichern will,muss in Ausbildung investieren – gerade der Mittelstand ist dabei auf verlässliche Unterstützung angewiesen.“
Die Ministerin verwies zugleich auf die strategische Bedeutung der beruflichen Bildung für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg: „Die duale Ausbildung ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Überbetriebliche Lehrgänge sorgen dafür,dass Auszubildende unabhängig von der Größe ihres Betriebs Zugang zu modernster Technik und hochwertiger Qualifizierung erhalten. Damit stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und schaffen Perspektiven für die Fachkräfte von morgen.“
Höhere Teilnehmerzahlen
Trotz rückläufiger Zahlen bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen rechnen die Bildungsstätten 2026 mit einem leichten Anstieg der Teilnehmerzahlen bei überbetrieblichen Berufsausbildungslehrgängen. Besonders im Bauhandwerk wird ein Zuwachs erwartet,ausgelöst durch die deutlich gestiegene Zahl an Auszubildenden in dieser Branche. Insbesondere bei Stuckateur-,Zimmerer-,Straßen- und Gleisbau-Betrieben wie auch in den Bereichen Kältetechnik-Mechatronik und Hörakustik sei ein Anstieg zu erwarten,so die Experten.
Die überbetriebliche Ausbildung gilt als wesentlicher Erfolgsfaktor für die berufliche Ausbildung. Sie ergänzt neben Betrieb und Berufsschule als dritter Lernort die duale Ausbildung und trägt maßgeblich zu einer qualitativ hochwertigen und vollumfänglichen Ausbildung von Fachkräften bei.
Die Förderung von Überbetrieblichen Berufsausbildungslehrgängen erfolgt seit vielen Jahren durch Bund und Länder. In Baden-Württemberg ist das Ministerium für Wirtschaft,Handwerk und Tourismus mit seinem Förderprogramm „Überbetriebliche Berufsausbildung“ (kurz: ÜBA) dafür zuständig. Während der Bund seine Förderung ausschließlich auf Fachstufenlehrgänge im Handwerk und Bauhandwerk bezieht,fördert das Land Baden-Württemberg darüber hinaus Grundstufenlehrgänge in allen Wirtschaftsbereichen.
Förderumfang
Im Jahr 2026 fördert das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit rund 13 Millionen Euro rund 9.500 Überbetriebliche Ausbildungslehrgänge mit rund 94.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Förderung beinhaltet Zuschüsse für Lehrgänge und Unterbringungskosten. Die Inhalte der Lehrgänge werden fortlaufend an neue Berufsbilder und technische Entwicklungen angepasst. Hier lernen die Auszubildenden spezielle Inhalte,die der jeweilige Ausbildungsbetrieb wegen seiner Größe oder Spezialisierung nicht vermitteln kann. Dadurch werden vor allem kleine und mittlere Betriebe in die Lage versetzt,qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Überbetriebliche Lehrgänge ergänzen die Ausbildung im Betrieb und garantieren ein hohes Niveau der immer komplexer werdenden beruflichen Ausbildung.
Die Förderung erhalten Handwerkskammern,Innungen,Kreishandwerkerschaften und Landesverbände des Handwerks und Bauhandwerks sowie Bildungsstätten der Industrie- und Handelskammern für Lehrgänge in der Grund- (erstes Ausbildungsjahr) und Fachstufe (nachfolgende Ausbildungsjahre). Die ein- oder mehrwöchigen Lehrgänge finden in mehr als 100 überbetrieblichen Ausbildungsstätten statt und sichern somit einen einheitlichen Ausbildungsstandard – unabhängig von der Größe,der Spezialisierung und den auftragsabhängigen Tätigkeitsschwerpunkten der Betriebe.
Übersicht ÜBA-Zuwendungsempfänger 2026
Liste ÜBA-Zuwendungsempfänger 2026
(Erst- und Zweitzuwendungsempfänger)
Bewilligter
Zuschuss
Handwerkskammer Freiburg
1.483.802,25 Euro
Handwerkskammer Heilbronn-Franken
493.476,00 Euro
Handwerkskammer Karlsruhe
853.996,00 Euro
Handwerkskammer Konstanz
708.292,00 Euro
Handwerkskammer Mannheim
886.714,00 Euro
Handwerkskammer Region Stuttgart
1.173.007,00 Euro
Handwerkskammer Reutlingen
821.093,00 Euro
Handwerkskammer Rhein-Main (Landeskinder Gerüstbaugewerbe)
19.344,00 Euro
Handwerkskammer Ulm
722.385,00 Euro
Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Südwest e.V.
159.663,00 Euro
Akademie für Hörakustik (Landeskinder)
32.284,00 Euro
Ausbildungszentrum Mittelbaden – AZB e.V.
38.170,00 Euro
Bau-Innung Pforzheim-Enzkreis
32.738,00 Euro
BBT Berufliche Bildungsstätte Tuttlingen GmbH
197.426,00 Euro
Berufsförderungsgesellschaft des baden-württembergischen Stuckateurhandwerks m.b.H.
182.735,00 Euro
Berufsförderungsverein des baden-württembergischen Dachdeckerhandwerks e.V.
116.754,00 Euro
Berufsförderungswerk der Südbadischen Bauwirtschaft
326.818,00 Euro
Bildungsakademie der Bauwirtschaft Baden-Württemberg
1.108.142,00 Euro
etz Elektro Technologie Zentrum Stuttgart
628.654,00 Euro
Fachverband Glas-Fenster-Fassade Baden-Württemberg
77.836,00 Euro
Fotografen-Innung Stuttgart-Freiburg-Karlsruhe-Reutlingen
16.277,00 Euro
Friseur und Kosmetik-Innung Calw
2.548,00 Euro
Friseur- und Kosmetik-Innung Karlsruhe-Bretten
25.520,00 Euro
Friseur- und Kosmetik-Innung Mittelbaden
14.808,00 Euro
Friseurinnung Pforzheim
13.948,00 Euro
GARP – Bildungszentrum e.V. (IHK Region Stuttgart)
210.160,00 Euro
Gem. Berufsförderungswerk d. B.-W. Zimmerer- und Holzbaugewerbes GmbH
694.591,00 Euro
IHK Ostwürttemberg
89.725,00 Euro
IHK Region Stuttgart,IHK Bildungshaus Remshalden
107.140,00 Euro
IHK Südlicher Oberrhein,IHK-Akademie Südlicher Oberrhein
90.290,00 Euro
Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Nürtingen-Kirchheim/Teck
30.540,00 Euro
Innung Elektro- und Informationstechnik Ludwigsburg
40.800,00 Euro
ITGA Industrieverband Technische Gebäudeausrüstung BW
3.100,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Biberach
158.230,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis
7.092,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Heidenheim
129.916,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Ostalb
74.452,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Ravensburg
20.246,00 Euro
Kreishandwerkerschaft Rems-Murr/Maler- und Lackiererinnung Rems-Murr
1.683,00 Euro
Landesinnung der Modisten Baden-Württemberg
372,00 Euro
Landesinnung Kälte-Klima-Technik Hessen-Thüringen/Baden-Württember
348.395,00 Euro
Landesinnungsverband des Konditoreihandwerks Baden-Württemberg
12.648,00 Euro
Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg
159.480,00 Euro
Landesinnungsverband Steinmetz- u. Steinbildhauerhandwerk Baden-Württemberg
38.564,00 Euro
Metall-Innung Göppingen
6.660,00 Euro
Modellbauerinnung Baden-Württemberg
6.080,00 Euro
Schreinerinnung Böblingen
17.012,00 Euro
Schreinerinnung Esslingen-Nürtingen
15.300,00 Euro
Schreinerinnung Göppingen
12.750,00 Euro
Schreinerinnung Ludwigsburg
7.860,00 Euro
Südwestdeutscher Augenoptiker- und Optometristenverband
340.200,00 Euro
Südwesttextil/Texoversum Experts &Training Hub gGmbH
2.198,00 Euro
Theo-Remmertz Akademie (Landeskinder)
16.368,00 Euro
Überbetriebliche Ausbildungsstätte Buchen e.V. (IHK Rhein-Neckar)
107.000,00 Euro
Umschulungs- und Fortbildungszentrum Niederstetten e.V./UFZ
70.600,00 Euro
Verband des Landtechnischen Handwerks Baden-Württemberg
127.404,00 Euro
Summe
13.083.286,25 Euro
PM Ministerium für Wirtschaft,Handwerk und Tourismus