

Bild vergrößern
Frau mit Tapeverband am Rücken: Rückenschmerzen als Kostentreiber
Foto: Arno Burgi/ dpa
Es ist nur eine der Maßnahmen im Reformpaket der Bundesregierung,aber die verpflichtende Krankschreibung ab Tag eins hat eine große Debatte entfacht. Mit der Verschärfung möchte die Regierung die im internationalen Vergleich hohen Krankenstände in Deutschland senken.
Eine Analyse des BKK Dachverbands der Betriebskrankenkassen zu Krankschreibungen hat nun ergeben,dass nicht kurze Erkältungen,sondern lange schwere Krankheiten die großen Kostentreiber für gesetzliche Krankenversicherungen sind.
»Es sind die langen,oft Muskel-Skelett und psychisch bedingten Ausfälle,die zum eigentlichen Kostentreiber werden«,sagte Anne-Kathrin Klemm,Vorständin des BKK Dachverbands. Dieser vertritt 63 Kassen und vier Landesverbände mit rund 9,6 Millionen Versicherten.
2025 entfielen demnach mehr als ein Viertel aller Fehltage auf den Bezug von Krankengeld. Die Krankengeldtage seien in den vergangenen zehn Jahren um 24,4 Prozent gestiegen.
Haupttreiber seien psychische Erkrankungen und Muskel-Skelett-Leiden. Zwar machten psychische Erkrankungen nur 5,4 Prozent aller Krankschreibungen aus,im Schnitt dauerten sie jedoch mehr als fünf Wochen an – mit steigender Tendenz.
Klemm fordert deswegen eine ernsthafte Debatte über Präventionsstrategien: »Wir beobachten den Trend der psychischen Belastungen in der Arbeitswelt schon lange. Diese Rechnung zahlen wir sonst noch viele Jahre weiter – und hinter jeder steht das lange Leiden einer betroffenen Person.«
data-area="text" data-pos="16">
Die schwarz-rote Koalition hat angekündigt,die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen und die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit,dass der Krankenstand gesenkt werden solle.
mmq/dpa