Energieversorgung Russland kappt kasachische Öllieferungen nach Deutschland

Wissenschaft IDOPRESS
Apr 23, 2026

Die Druschba-Pipeline soll schon bald kein Öl aus Kasachstan mehr nach Deutschland leiten – so hat es Rosneft Deutschland der Bundesnetzagentur mitgeteilt. Eine Bestätigung aus Moskau steht noch aus.

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PCK-Raffinerie in Schwedt

Foto: Joerg Carstensen / dpa / picture alliance

Russland will offenbar ab Mai kein kasachisches Öl mehr nach Deutschland leiten. Darüber hat Rosneft Deutschland die Bundesnetzagentur informiert,teilte das Wirtschaftsministerium mit. Demnach darf auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai 2026 kein kasachisches Rohöl mehr durch die Druschba-Pipeline zur Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt fließen.

Der Kreml kommentierte den möglichen Transitstopp nicht. Er wisse nichts davon,dazu müsse sich die Presse an die betroffenen Konzerne wenden,sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow. Eine Bestätigung der russischen Regierung gegenüber der Bundesregierung gebe es bisher nicht,erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

Auch der kasachische Energieminister sagte der Nachrichtenagentur dpa,dass es keine offizielle Erklärung Russlands gebe. »Aber nach inoffiziellen Quellen wissen wir,dass das wahr ist.« Inoffiziell habe Russland dies damit erklärt,dass die technischen Möglichkeiten für den Transport von Öl aus Kasachstan nicht gegeben seien.

Kasachstan spielt als Öllieferant eine wichtige Rolle,seit Deutschland im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf Energielieferungen aus Russland verzichtet. Das zentralasiatische Land liefert Öl über den ‌nördlichen Strang der russischen Druschba-Pipeline,der durch Polen verläuft. Das kasachische Rohöl versorgt unter anderem ‌die ​PCK-Raffinerie in Schwedt,die wiederum große Teile Ostdeutschlands versorgt.

Ministerium: Versorgungssicherheit nicht gefährdet

Das Wirtschaftsministerium geht davon aus,dass die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland nicht gefährdet sei,sollte die Raffinerie in Schwedt geringer ausgelastet sein.

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jml/dpa/Reuters