Beobachtungen in Chile Das ist der schnellste Stern der Milchstraße

Wissenschaft IDOPRESS
Aug 21, 2026

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Milchstraße (Symbolbild)

Foto: Max Slovencik / APA / dpa

Unsere Galaxie hat einen neuen Rekordhalter: Mit 25.000 Kilometern pro Sekunde – das entspricht acht Prozent der Lichtgeschwindigkeit – ist der Stern S301 der schnellste bekannte Stern in der Milchstraße. Das zeigen Beobachtungen eines internationalen Forschungsteams mit dem Very Large Telescope Interferometer VLBI der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile.

Auf seiner stark elliptischen Umlaufbahn kommt S301 dem supermassereichen schwarzen Loch im Zentrum unserer Galaxie näher als jeder andere Stern. Anhand seiner Bahn könnte es schon in wenigen Jahren gelingen,die Rotation eines schwarzen Lochs erstmals direkt zu messen,schreiben Forschende im Fachblatt »Nature«.

Wie nahezu jede Galaxie beherbergt die Milchstraße in ihrem Zentrum ein schwarzes Loch. Bereits seit Anfang der Neunzigerjahre beobachten Astronomen Sterne,die dieses als Sagittarius A* bezeichnete schwarze Loch umkreisen. Inzwischen sind etwa 40 solcher Sterne bekannt. Aus der genauen Vermessung ihrer Umlaufbahnen konnten die Himmelsforscher die Masse des schwarzen Lochs auf etwa 4,3 Millionen Sonnenmassen bestimmen.

Ein neues Fenster zur Raumzeit

Im Frühjahr 2023 stieß ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) auf ein weiteres schwaches Lichtpünktchen nahe Sagittarius A*. Weitere Beobachtungen bestätigten die Vermutung,dass auch das als S301 katalogisierte Objekt ein Stern auf einer Umlaufbahn um das schwarze Loch ist. Inzwischen liegen 19 präzise Positionsmessungen vor,aus denen die Umlaufbahn von S301 abgeleitet werden kann.

»Das Besondere an diesem Stern ist seine sehr enge Umlaufbahn um Sagittarius A*: Er benötigt lediglich 8,7 Jahre für einen Umlauf und nähert sich dem schwarzen Loch bis auf das Zwölffache der Distanz zwischen Erde und Sonne«,erläutert Co-Autor Felix Mang vom MPE.

Da er dem schwarzen Loch so nahe komme,eröffne S301 »ein neues Fenster zu den fundamentalen Eigenschaften der Raumzeit in dieser extremen Umgebung«,sagt MPE-Direktor Reinhard Genzel. Genzel,der 2020 den Nobelpreis für Physik erhielt,ist Gründungsmitglied des Teams,das die neuen Beobachtungen gemacht hat.

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atr/dpa