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Metallbauer bei der Arbeit (Symbolbild)
Foto: Florian Gaertner / photothek.de / IMAGO
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Tariflohn können im laufenden Jahr mit mehr Reallohn rechnen. Nach Abzug der Inflation könnte Tarifbeschäftigten ein realer Lohnzuwachs von 0,7 Prozent bleiben,das prognostiziert das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Der Rückgang der Reallöhne aus den Krisenjahren 2021 bis 2023 ist laut WSI jedoch bisher nicht vollständig kompensiert.
Von den aktuellen Tariferhöhungen profitieren den Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Beschäftigte. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts war im Jahr 2025 die Beschäftigung von 49 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland entweder durch einen Branchen- oder einen Firmentarifvertrag geregelt. 50 Prozent der Beschäftigten im Westen und 55 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Osten arbeiten ohne Tarifvertrag. 1998 galt für 76 Prozent der Beschäftigten im Westen ein Tarifvertrag,im Osten waren es 63 Prozent.
2026 dürften die Tariflöhne nun laut WSI-Tarifarchiv nominal um durchschnittlich 3,1 Prozent steigen. Dem steht eine durchschnittliche Steigerung der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber. Berücksichtigt wurden die Tarifeinigungen im ersten Halbjahr 2026 sowie in den Vorjahren vereinbarte Erhöhungen im laufenden Jahr. Somit hätten die Menschen mehr Kaufkraft und könnten mehr konsumieren,was die Konjunktur ankurbeln würde.
»Da nach den jetzigen Prognosen auch die Inflationsraten noch etwas höher ausfallen werden,hängt es von den noch offenen Tarifrunden ab,ob am Ende des Jahres die Kaufkraft gesichert werden kann«,sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs,Thorsten Schulten. Im Juli des laufenden Jahres war die Teuerungsrate in Deutschland auf 2,8 Prozent geklettert,als die hohen Energiepreise nicht mehr durch den zwischenzeitlichen Tankrabatt abgefedert wurden. In einigen großen Branchen wie dem Einzelhandel wird noch über den Tarifvertrag verhandelt,in der Metall- und Elektroindustrie beginnen die Verhandlungen im Herbst.
Auch im Vorjahr waren die Tariflöhne demnach gestiegen: Für das Gesamtjahr 2025 hatte das WSI der Hans-Böckler-Stiftung einen durchschnittlichen Zuwachs der Tariflöhne um 2,6 Prozent und ein reales Lohnplus von 0,4 Prozent errechnet.
jml/mamk/dpa