Tragischer Todesfall in den USA Achtjährige stirbt an Infektion mit »hirnfressender« Amöbe

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Aug 25, 2026

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Naegleria fowleri unter dem Mikroskop (Archiv)

Foto: CDC / Image Point Fr / BSIP / picture alliance

In den USA ist ein achtjähriges Mädchen nach einer Infektion mit der das Gehirn zerstörenden Amöbe Naegleria fowleri gestorben. Zuerst berichtete der US-Nachrichtensender »CNN«. Nach Angaben ihrer Familie und von Gesundheitsbehörden kam sie vermutlich beim Schwimmen in einem See in der Nähe ihres Zuhauses mit dem Erreger in Kontakt.

Das Mädchen lebte im US-Bundesstaat Louisiana. Das dortige Gesundheitsministerium teilte am 19. August mit,dass sich eine Einwohnerin vermutlich mit dem Erreger Naegleria fowleri infiziert hatte,als sie im Lake Claiborne schwamm. Der See liegt etwa 48 Kilometer nordwestlich von Ruston,dem Wohnort des Kindes.

Sehr selten,aber meist tödlich

Wie das Ministerium erklärt,kommt Naegleria fowleri in den USA häufig in warmen Süßwasserseen,Flüssen,Kanälen und Teichen vor. Die Amöbe kann eine sogenannte primäre amöbische Meningoenzephalitis (PAM) verursachen – die Krankheit kann entstehen,wenn amöbenhaltiges Wasser in die Nase gelangt und bis ins Gehirn vordringt. Durch ungewolltes Verschlucken oder Trinken könne man sich nicht anstecken.

Die Krankheit ist äußerst selten,verläuft aber fast immer tödlich,berichtet auch die US-Gesundheitsbehörde CDC. Naegleria fowleri überträgt sich nicht von Mensch zu Mensch.

Menschen,die sich angesteckt haben,bekommen typischerweise starke Kopfschmerzen,Fieber,Übelkeit und Erbrechen. Im weiteren Verlauf können laut der Behörden ein steifer Nacken,Krampfanfälle und ein Koma auftreten,das zum Tod führen kann. Die Symptome setzen gewöhnlich etwa fünf Tage nach der Infektion ein,können aber auch bereits nach einem bis spätestens zwölf Tagen auftreten.

Das Mädchen befand sich laut dem US-Sender Knoe ab dem 15. August im Krankenhaus. Helfen konnten ihr die Ärztinnen und Ärzte allerdings nicht mehr.

Eine etablierte,verlässlich wirksame Therapie gibt es bislang nicht. Weil die Krankheit schnell fortschreitet und Infizierte rasch sterben,ist es Fachleuten zufolge besonders schwierig,Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Die wenigen Überlebenden wurden demnach mehrheitlich frühzeitig und mit mehreren Medikamenten behandelt; die Evidenz beruht jedoch auf Einzelfällen und experimentellen Daten.

Weltweit schätzungsweise rund 500 Fälle seit 1962

Zwischen den Jahren 1937 und 2025 haben sich laut der CDC nachweislich 180 Menschen mit den Amöben angesteckt. Die meisten PAM-Fälle wurden in den US-Bundesstaaten Texas und Florida registriert,gefolgt von Virginia und Kalifornien. Bei sieben PAM-Fällen aus diesem Zeitraum war unbekannt,wo sich die Betroffenen infiziert haben. Die höchste Zahl an Fällen – 45 – wurde bei Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren registriert.

Die Krankheit ist laut einer wissenschaftlichen Studie im »Journal of Infection and Public Health« aus dem Jahr 2025 weltweit in mindestens 39 Ländern dokumentiert. Mit geschätzt 488 Fällen seit dem Jahr 1962 bleibt sie aber extrem selten. Die meisten bekannten Fälle stammen aus den USA,Pakistan und weiteren,eher warmen Regionen. Die tatsächliche Zahl dürfte wegen unzureichender Diagnostik und Überwachung höher liegen,schreiben die Autorinnen und Autoren.

alw