Änderung des Konzernnamens Die Deutsche Post will jetzt nicht mehr Deutsche Post heißen

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Sep 2, 2026

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Post-Kiste in einem Briefzentrum: Im Briefgeschäft in Deutschland soll der Name bleiben

Foto: Michael Bihlmayer / Bihlmayerfotografie / IMAGO

Der Logistikkonzern Deutsche Post heißt ab sofort DHL. Die Änderung im Handelsregister sei zum 1. September vollzogen und der Beschluss der Hauptversammlung vom Mai damit umgesetzt worden,teilte das Unternehmen in Bonn mit.

An der Börse werden die Anteilsscheine zudem nicht mehr unter dem Namen Deutsche Post gehandelt,sondern unter dem Namen DHL. Grund der Umbenennung ist die zunehmende Internationalisierung des Konzerns. Das Stammgeschäft macht nur noch etwa ein Fünftel des Konzernumsatzes aus. Dabei war es einst die damalige Bundespost,die den US-Logistiker DHL übernommen hat. Das Geschäft des Konzerns wurde zwar immer internationaler,aber der Name blieb deutsch.

Immerhin: Die Bezeichnung Deutsche Post bleibt auch künftig in der Konzernstruktur erhalten – wandert aber eine Etage tiefer: Künftig steht er für eine Tochterfirma,die das Stammgeschäft mit der Beförderung von Briefen und Paketen im Inland verantwortet.

Für Verbraucher in Deutschland ändert sich Konzernangaben zufolge also nichts,Postfilialen oder Briefkästen bleiben von der Namensänderung unberührt. Man wird auch künftig noch getrost vom Postboten sprechen können.

Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert

»Die Deutsche Post bleibt für die Menschen und Unternehmen in Deutschland das,was sie seit Jahrzehnten ist: ein verlässlicher Teil ihres Alltags«,sagt Nikola Hagleitner,die als DHL-Vorstandsmitglied für das deutsche Stammgeschäft und damit für die Tochterfirma Deutsche Post AG zuständig ist.

Schon vor drei Jahren hatte der Konzern seinen Marken- und Außenauftritt von Deutsche Post DHL Group zu DHL Group geändert,rechtlich und an der Börse blieb es danach aber beim Namen Deutsche Post AG. Das ist nun vorbei,ab sofort heißt der Konzern DHL AG. Das Kürzel steht für die Firmengründer Adrian Dalsey,Larry Hillblom und Robert Lynn.

Das traditionsreiche Stammgeschäft der Deutschen Post,deren Wurzeln bis zur Thurn-und-Taxis-Briefbeförderung des ausgehenden Mittelalters im 15. Jahrhundert zurückreicht,war bislang in die übergeordnete Holding eingebettet. Vielleicht auch deshalb äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff etwas enttäuscht: »Ich bedauere es,dass eine starke Marke wie Deutsche Post im internationalen Geschäft verschwindet.« Immerhin bleibe die Marke im deutschen Brief- und Paketgeschäft erhalten.

Dass ein operatives Geschäft in einer Finanzholding integriert war,war ein rechtlich kurioses Konstrukt. Das lag an historischen Altlasten als einstige Bundespost. Diese Altlasten werden jetzt gewissermaßen in den Papiercontainer geworfen: Künftig steht das Stammgeschäft in der Konzernstruktur nicht mehr übergeordnet über den anderen Konzernbereichen,sondern gleichrangig neben ihnen.

Grund für die Namensänderung ist die zunehmende Internationalisierung des Konzerns,der als Nachfolgeunternehmen der staatlichen Bundespost den US-Logistiker DHL im Jahr 2002 schluckte und danach schrittweise immer mehr Umsatz im Ausland machte.

Es möge auch drin sein,was drauf stehe,hatte Konzernchef Tobias Meyer die Namensänderung in der Vergangenheit begründet und darauf verwiesen,dass DHL weltweit ein Begriff sei – während Geschäftsleute in Indien und anderen Staaten mit dem Namen Deutsche Post nichts anfangen könnten. Meyers Vorgänger Frank Appel hatte den Schritt noch gescheut,weil er die inländische Belegschaft nicht verprellen wollte.

Das Geschäft mit Briefen und Paketen in Deutschland ist nicht allzu profitabel: Nur zwölf Prozent des Betriebsgewinns (Ebit) entfielen im ersten Halbjahr auf den Konzernbereich Post & Paket Deutschland,also den Bereich,der seit Dienstag von der Bonner Tochterfirma Deutsche Post AG verantwortet wird.

Deutlich lukrativer ist das globale Geschäft mit zeitkritischen Express-Sendungen,auf das im ersten Halbjahr gut 30 Prozent des Umsatzes und 60 Prozent des Betriebsergebnisses (Ebit) entfielen. Solche Zustellungen mit garantiertem Zeitfenster werden vor allem von Firmen genutzt,etwa für wichtige Dokumente oder Ersatzteile.

apr/dpa-AFX