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Postsendungen in Frankfurt
Foto: Hannes P Albert / dpa
Seit dem 1. Juli erhebt die Europäische Union eine Zollgebühr in Höhe von 3 Euro auf Warenlieferungen mit einem Wert von unter 150 Euro. Eine Maßnahme,die offenbar bereits Wirkung zeigt. Die Importe,insbesondere aus China,sind um 30 bis 40 Prozent eingebrochen,wie etwa Euronews berichtet.
Jahrelang überschwemmten Billigpakete aus China die europäischen Briefkästen. Kleidung,Tech-Gadgets oder Alltagsgegenstände,die bei Shein,Temu oder AliExpress bestellt wurden,kamen direkt bei den Verbrauchern an – oft für nur wenige Euro. Damit ist nun Schluss. Seit fast zwei Monaten unterliegen Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro einem pauschalen Zoll von 3 Euro pro Produktkategorie. Das heißt,für drei in einem Paket versendete T-Shirts im Wert von 30 Euro werden insgesamt drei Euro Zoll fällig. Kommt etwa ein günstiges Kinderspielzeug dazu,werden drei weitere Euro Zollgebühr fällig,also insgesamt sechs Euro. Bislang waren diese kleinen Sendungen zollfrei.
Laut Angaben des französischen Zolls,die das französische Wirtschaftsministerium mitgeteilt hat,ist die Zahl der in die Europäische Union importierten Billigpakete seit Einführung dieser Maßnahme um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen. Zwischen Juni und Juli brachen die Verkaufszahlen bei Temu um 50 Prozent und bei AliExpress um 37 Prozent ein. Shein hält sich mit einem Rückgang von 15 Prozent besser,da das Unternehmen durch die Eröffnung eines neuen Lagers in Polen Ende 2025 die steuerlichen Auswirkungen abmildern kann. Frankreichs Regierung sieht darin den Beweis,dass strengere Vorschriften das Verhalten der großen chinesischen Plattformen verändern können.
Die Pauschale gilt voraussichtlich bis zum 1. Juli 2028. Sie soll die Zeit überbrücken,bis eine neue digitale Plattform zur Abwicklung und Kontrolle an den Start geht. Dann sollen die üblichen Zollsätze je nach Warenwert,Ursprung und Wareneinstufung gelten.
Auch das Thema Sicherheit spielt für die Europäische Kommission eine Rolle. Laut einer im Jahr 2025 in der EU durchgeführten Untersuchung entsprachen mehr als 60 Prozent der kontrollierten Artikel mit geringem Wert nicht den europäischen Anforderungen oder Sicherheitsstandards. Die neue Regelung ermöglicht es dem Zoll somit auch,risikobehaftete Produkte besser zu identifizieren.
Ein Ladekabel oder Kinderspielzeug für wenige Euro: Weil viele Produkte der Billigplattform Temu unsicher sein sollen,hat die EU das Unternehmen mit einem Rekordbußgeld abgestraft. Und die Ermittlungen gehen noch weiter. Warum,lesen Sie hier.
czl