

Bild vergrößern
Die Mondsonde »Chang’e 7« und die Trägerrakete »Long March-5 Y14« am 19. August 2026
Foto: Yang Guanyu / XinHua / dpa
China hat den Abflug seiner Mondsonde »Chang’e 7« überraschend verschoben. Der Start könne nicht im geplanten Zeitfenster stattfinden,berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Raumfahrtbehörde. »Die Einschätzung erfolgte unter den Grundsätzen der Vorsicht,Zuverlässigkeit und des absoluten Missionserfolgs«,hieß es.
Der Start der unbemannten Mission war für Anfang dieser Woche vom Weltraumbahnhof in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan erwartet worden. Einen genauen Grund für die Verschiebung nannte die Behörde nicht.
Thailands Nationales Astronomisches Forschungsinstitut Narit,dessen Forschungsgerät CE-7 MATCH an Bord der chinesischen Trägerrakete vom Typ »Langer Marsch 5« mitfliegt,verwies in einer Mitteilung auf den Tropensturm »Narra« als Grund. »Narra« war am Wochenende vor der Küste Hainans und dem südchinesischen Festland gekreist.
Zur Mission gehören unter anderem ein Orbiter,ein Landefahrzeug und ein Rover. Sie sollen die Umgebung und mögliche Ressourcen am Südpol untersuchen. Die Ergebnisse könnten für längerfristige Aufenthalte von Menschen und eine geplante Mondforschungsstation wichtig sein.
Im April absolvierte die Artemis-2-Crew an Bord einer »Orion«-Kapsel dafür einen historischen Testflug. Sie waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren,die über den Mond hinausreisten,und legten dabei die bislang größte Entfernung zurück,die Menschen je im Weltraum erreicht haben. Für diese Leistung erhält die Besatzung die höchste US-amerikanische Weltraumauszeichnung,wie die Nasa nun bekannt gegeben hat.
Für Mitte 2027 hat die Nasa eine neue Demonstrationsmission in einer niedrigen Erdumlaufbahn angesetzt,Artemis 3 soll helfen,die kommerziellen Mondlander von SpaceX beziehungsweise Blue Origin zu testen.
Die erste Mondlandung könnte mit der Mission Artemis 4 Anfang 2028 stattfinden. Dieses Zieldatum gilt bereits seit Mitte 2025 – allerdings ist es in der Raumfahrt üblich,dass sich Zeitpläne verschieben.
China und die USA wollen unbedingt zum Mond. Im SPIEGEL-Interview erklärt Nasa-Vize Amit Kshatriya,was dabei auf dem Spiel steht.
alw/dpa