Ein neues Gesetz will Hersteller von Billigkleidung stärker in die Pflicht nehmen. Umweltschützern geht die Regelung jedoch nicht weit genug.


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Altkleidersammelstelle
Foto: Siegra Asmoel / imagebroker / IMAGO
Bekleidungshersteller sollen künftig für Sammlung und Entsorgung von Altkleidern geradestehen. Das will Bundesumweltminister Carsten Schneider mit einem neuen Textilgesetz erreichen. Damit zielt der SPD-Politiker auf kurzlebige Billigkleidung ab. Umweltschützer kritisieren die geplanten Vorgaben allerdings als wenig ehrgeizig.
»Fast-Fashion-Kleidung wird nur kurz getragen,aber macht lange Ärger. Sie überschwemmt den Markt,lässt Altkleidercontainer überquellen und kann kaum Secondhand wiederverwendet oder recycelt werden«,erklärte Schneider,der Eckpunkte für die neue Regelung veröffentlichte. Ein konkreter Gesetzentwurf soll später folgen. Es geht um Bekleidung,Accessoires,Heimtextilien und Schuhe. Damit setzt Deutschland EU-Vorgaben um.
Als Hersteller sollen alle gelten,die Kleidung erstmals auf dem deutschen Markt anbieten,also zum Beispiel auch Importeure. Sie müssen sich an einer sogenannten Organisation für Herstellerverantwortung beteiligen. Diese Organisationen sollen sich um Sammlung und Verwertung von Alttextilien kümmern. Sie finanzieren sich aus Beiträgen der Hersteller.
»Wer massenhaft Wegwerfklamotten bei uns auf den EU-Markt bringt,soll auch für die flächendeckende Sammlung und eine sinnvolle Verwertung bezahlen«,sagte Schneider. Das gelte auch für die vielen Billigimporte aus China. »Dabei gilt: Je mehr Textilien die Hersteller auf den Markt bringen und je minderwertiger die Ware ist,desto mehr müssen sie beitragen.«
Deutsche Privathaushalte produzieren immer mehr Bekleidungs- und Textilabfälle. Zwischen 2013 und 2023 stieg das Volumen laut Statistischem Bundesamt um 55 Prozent auf rund 175.000 Tonnen.
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Für Secondhandshops,Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern sollen die neuen Vorgaben nicht gelten,sofern sie nur tragbare Textilien annehmen,die nicht als Abfall gelten.
mik/dpa