Vom Autozulieferer zum Rüstungskonzern Deutz will Rüstungsfirma FFG kaufen

Energie IDOPRESS
Jul 11, 2026

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Motorenproduktion bei Deutz: Deutliche Umsatzsteigerung

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der Kölner Motorenbauer Deutz peilt den größten Zukauf seiner gut 160-jährigen Firmengeschichte an. Wie das Unternehmen in Köln mitteilte,wurde eine Vereinbarung zur Übernahme des Rüstungskonzerns FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH aus Schleswig-Holstein geschlossen. Der Kaufpreis liege bei rund 1,6 Milliarden Euro. Er soll teilweise in Aktien bezahlt werden,die Deutz neu ausgibt. Die bisherige Eigentümerfamilie der FFG soll künftig 29,9 Prozent der Deutz-Anteile halten. Die Aktie stieg am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate um sieben Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von Mittwoch an.

Für die Transaktion steht noch die Zustimmung der Hauptversammlung aus,außerdem fehlt noch die Zustimmung von Kartellbehörden. Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen sein. Zu den aktuell rund 6000 Deutz-Beschäftigten kämen dann 1100 Beschäftigte der FFG hinzu. »Zusammen mit FFG wird Deutz zu einem führenden nationalen Systemanbieter für militärische Fahrzeuge,Antriebe und Energielösungen«,sagt Deutz-Chef Sebastian Schulte.

Geschäft mit Militärfahrzeugen

Die Flensburger Firma produziert,wartet und modernisiert Schützenpanzer,Mannschaftstransporter und andere Militärfahrzeuge. Ein Kunde ist die Bundeswehr. 2025 kam die Firma den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 760 Millionen Euro,sie ist profitabel. Mit dem Zukauf stärkt Deutz seine noch kleine Rüstungssparte,die Motoren für einen polnischen Truppentransporter und Hilfsmotoren für Panzer herstellt. Im vergangenen Jahr kaufte Deutz einen Drohnenzulieferer. Dessen Elektroantriebe und Steuerantriebe sind in Drohnen verbaut,die von der ukrainischen Armee genutzt werden.

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Deutz stellt vor allem Verbrennungsmotoren für schweres Gerät her,etwa für Kräne,Hebebühnen und Landmaschinen. Die Firma gilt als ein Profiteur der geplanten Milliardeninvestitionen des Bundes in die Infrastruktur. Auch Generatoren und Notstromanlagen sind im Sortiment,auch diesen Bereich stärkte Deutz mit Zukäufen.

Die Ursprünge von Deutz gehen bis 1864 zurück. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von rund zwei Milliarden Euro und damit 13 Prozent mehr als 2024. Für dieses Jahr prognostizierte der Vorstand im Mai einen Umsatz in Höhe von 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. 2030 sollten es vier Milliarden sein,nach dem Zukauf der FFG soll dieses Ziel aber schon früher erreicht werden. Die Mitarbeiterzahl lag Ende März bei 6014 und damit etwa 500 mehr als ein Jahr zuvor.

mik/dpa-AFX